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Die Drückerkolonne im Briefkasten, oder: Was ein Steinbock mit Marketing zu tun hat

Als Unternehmer:innen sollen wir eigentlich ständig und auf allen verfügbaren Kanälen Werbung machen. Wie aber geht Werbung, die passgenau, effizient und auch stimmig ist? In diesem Beitrag können Sie von Tieren lesen, von authentischem Marketing und auch davon, wie man es besser nicht macht.

Werbemails und kein Ende…

Gestern war es mal wieder so weit. Das Mail-Postfach soeben geöffnet, blinkt mich im Fettdruck die nächste Nachricht eines gewissen Anbieters einer Übersetzungssoftware an.

Oh, schon wieder zwei Tage vergangen? Genau so fühlt es sich nämlich an – alle zwei Tage eine Mail in Sachen „Wollen Sie nicht mal endlich unser Produkt kaufen? Mit x Prozent Rabatt! Aber nur für Sie!! Und nur heute bis 0 Uhr!!!“

Was ist da los?

Nur ein einziges Mal habe ich meine Teilnahme an einem Webinar angemeldet. Natürlich waren da meine Daten zu hinterlegen, ist ja klar. Und damit ging es los. Quasi im Minutentakt hagelt es seitdem Mails – eine aufdringlicher und marktschreierischer als die vorige.

Marketing à la Schäfer

Das alles erinnert mich sehr an das, was mir ein Kursleiter (nennen wir ihn Herrn Sch. aus B.) mal erzählt hat. Er hatte – das muss man wissen – bis zum Zeitpunkt des Kurses nicht weniger als 13 Unternehmen gegründet. Das Thema des Tages war nun Marketing, und da war er wirklich in seinem Element. Ordentlich Werbung habe er früher gemacht für sein(e) Unternehmen.

Bis ihm eines Tages ein kleines Detail auffiel: Die Leute, die schon einmal in den Genuss seiner Werbung gekommen waren, fingen an, die Straße zu wechseln, wenn sie ihn kommen sahen…

Gutes Marketing – eine Gratwanderung

Wie man sieht, ist es leicht, in Sachen Marketing und Werbung übers Ziel hinauszuschießen. Ständig in einer Art „Sendemodus“, verpasst man völlig, was eigentlich die Bedürfnisse der Kundschaft sind.

Leider merkt das die Kundschaft recht bald. Und verabschiedet sich, bevor irgendeine Art der Geschäftsbeziehung zustandegekommen ist.

Wenn man mit seiner Dienstleistung am Markt bestehen will, muss man also die richtige Balance finden. Es gilt, Werbung für das eigene Produkt oder die Dienstleistung zu machen, die die Wunsch-Klientel informiert und anspricht – die aber nicht derart bedrängend ist, dass sie akute Fluchtreflexe auslöst.

Kunde und Kundin – lauter scheue Rehe?

Glücklicherweise ist gute Werbung eigentlich gar nicht so schwierig. Sie geht umso leichter – und funktioniert umso besser -, je sorgfältiger ich als Unternehmer:in meine Hausaufgaben gemacht habe.

Wie, Hausaufgaben?

Hausaufgaben meint hier Positionierung. Erst mit einer guten und sauberen Positionierung ist effiziente Werbung möglich. Dann verfolge ich nicht (mehr) das Gießkannenprinzip.

Stattdessen spreche ich meine Wunsch-Kundschaft gezielt an.

Dort. wo sie sich aufhält.

In der Art, wie ich sie am besten erreiche.

Ob die Kundinnen und Kunden lieber geduzt oder gesiezt werden, ob sie blumig unterhalten oder sachlich-knapp informiert werden möchten – es macht einen großen Unterschied.

Authentisches Marketing – ja, das geht!

Die Herausforderung besteht darin, Werbung zu machen, die meine Wunsch-Klientel in den Mittelpunkt stellt und zugleich mich und meine Arbeitsweise sichtbar macht. Das gilt besonders für Berufe im Bereich Kreativität, Coaching und Verwandtes.

Immer dort, wo die Kunden gefühlt die „Katze im Sack“ kaufen, ist es besonders wichtig, authentisch Marketing zu betreiben.

Schlüpft man in die Rolle der Kundinnen und Kunden, ist es leicht nachzuvollziehen. Letztlich möchten wir doch alle erfahren, mit wem wir es zu tun haben, und ob eine Zusammenarbeit „passen“ könnte.

Nur dann ist das Gegenüber kein scheues Reh, das gleich wieder fort ist.

Stattdessen wird aus denen mit Interesse diejenigen, die kaufen.

Und die, die kaufen, kommt im besten Fall nochmal wieder und empfehlen mich auch an andere weiter.

Bild von Karl Bustamante auf Pixabay

Mit vielen kleinen Schritten zum Gipfel

Werbung, die gut und effizient sein soll, braucht also vor allem eins: eine umsichtige Planung.

      • vorab eine präzise Positionierung
      • dann eine genaue Bestimmung der Zielgruppe
      • danach wird die Art der Ansprache festgelegt
      • Welche Kanäle werden ausgewählt, also: Wo hält sich die Zielgruppe auf?
      • Welches Budget steht zur Verfügung für die Werbung?
      • Wer setzt die Werbepläne um – mache ich alles selber, oder gebe ich das an Mitarbeiter:innen oder externe Dienstleister:innen ab?

Und so weiter…

Nachhaltige Werbung ist keine Eintagsfliege, keine Hau-ruck-Aktion. Vielmehr ist sie eine Reihe von gut abgestimmten Maßnahmen mit einem übergeordneten Ziel.

Merke: Wie ein Steinbock ist man unterwegs, wenn man es richtig macht. Beständig. Mit Weitblick.

Wie zerklüftet das Gelände auch sein mag, mit einem guten Plan und vielen einzelnen Schritten kommt man sicher zum Gipfel. Versprochen!

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